Schlagwort-Archive: Nisthilfen

Das Wildbienen-Plakat: Es ist da!

Für alle, die schon seit Wochen nach unserem Wildbienenplakat fragen, für alle, die mehr über „Unsere Bienen“ erfahren möchten, für alle, die Bienen draußen in der Natur beobachten möchten, für alle, die unsere Bienenkoffer ausleihen, für Erzieher, für Lehrer, für Naturpädagogen und Naturführer: Es ist da!

Das A1-Farbplakat mit 34 häufig vorkommenden und weit verbreiteten Bienenarten, ihren Besonderheiten und ihren Lebensräumen. Jede einzelne Biene ist groß und detailgetreu abgebildet. Daneben findet ihr die Originalgröße der Biene in anschaulicher Form, den Flugzeitraum und den deutschen und den lateinischen Namen der Art.

Der schön gestaltete Mittelbereich hilft Euch nicht nur beim Auffinden von Wildbienen und ihren Lieblingsplätzen. Er zeigt Euch auch viele weitere Details über die Nistplätze und das Brutverhalten der verschiedenen Arten. Unsere kurzen Texte zu den Zeichnungen helfen dabei, alles richtig zu verstehen.

Anschauliche Größendarstellungen, detailreiche Abbildungen auf typischen Blüten, besondere Merkmale und Darstellung der Nistplätze helfen beim Entdecken und Bestimmen. (Foto: Silke Meyer)

Das A1-Wildbienenplakat von Bienenschutz Stuttgart (Mellifera-Regionalgruppe) ist ein nicht kommerzielles Projekt, das in vielen Monaten ehrenamtlicher Arbeit in unserem Verein, mit Unterstützung von Silke Meyer (Grafikerin), von Mare Haider (AK Wildbienenkataster) und zahlreicher Fotografen entstanden ist, die uns ihre wunderschönen Fotos zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung gestellt haben. All diesen Mensch gilt hier und heute unser herzlicher Dank.

Nur so war es möglich, das Plakat zu einem Selbstkostenpreis von 2,50 Euro zuzüglich Versand an alle interessierten Menschen abzugeben und so einen Beitrag dazu zu leisten, dass auch die vielen Bienenarten, die es neben der Honigbiene gibt, in der Bevölkerung bekannter werden.

Ihr könnt das Plakat ab dieser Woche im Mellifera Online-Shop bestellen.

Hier geht es direkt zum Shop …

Bienenschutz trifft Bauphysik

Auch die Bauphysik hat ein Herz für Wildbienen. Diese dürfen seit Anfang des Jahres in die Prüfstände von Linda Meier vom Institut für Akustik und Bauphysik (IABP) der Universität Stuttgart einziehen. Die Wissenschaftlerin untersucht hier, in wieweit sich Nisthilfen in die Fassade von Häusern integrieren lassen, ohne einen negativen Effekt auf die Bausubstanz oder das Klima des Gebäudes zu haben. Dafür stehen drei Minihäuser mit unterschiedlichen Fassaden an je zwei Standorten: Ziegelbauwerk mit EPS-Dämmung, Ziegelbauwerk mit Holzdämmung und vorgehängter Holzverkleidung sowie ein Holzleichtbau. In Jedes eingelassen sind vier Holzbetonelemente gefüllt mit Hartholz, einem Lehm-Sand-Gemisch, Strangfalzziegel mit den typischen Löchern und Schilfrohr.

Linda Meier vom IABP prüft hier die Auswirkungen von fassadenintegrierten Nisthilfen auf Raumklima zukünfitger Gebäude

Zu Beginn ihrer Arbeit standen nicht nur trockene Recherchearbeiten zu Themen der Bauphysik und Wildbienenkunde an. Linda Meier fertigte auch die Holzbetonelemente und Nisthilfen größten Teils selbst. Ein Maurer und ein Zimmermann errichteten die Bauten und brachten die verschiedenen Nisthilfen an. Nach der Beobachtung der Wildbienen und der Kategorisierung des Blütenangebotes in diesem Sommer wird nun die Messtechnik verfeinert. Dafür werden Sensoren in die Fassadenelemente und den Innenraum integriert, programmiert und ausgelesen.

Fokus von Linda Meiers Doktorarbeit ist die Fassade. Dazu bestimmt sie die Oberflächentemperatur und deren Gefälle sowie unter anderem die Wärmeleitfähigkeit der verschiedenen Nistmaterialien. Für den Winter werden weitere Sensoren angebracht, um Feuchtigkeit und Temperatur im Tagesverlauf dokumentieren zu können. Die bauphysikalischen Effekte könnte man zwar auch größtenteils simulieren, aber der Charme und die Notwendigkeit der Prüfstände sei, dass hier auch parallel die Besiedlung der Nisthilfen, als weiteres fundamentales Ziel der Forschung, beobachtet werden könnte, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Während zum Beispiel bei diesen Experimenten aktuell am Lehm häufig nur Material abgetragen wird, sind im Hartholz schon etliche Bruttunnel verschlossen.

Linda Meier vom IABP prüft hier die Auswirkungen von fassadenintegrierten Nisthilfen auf Raumklima zukünfitger Gebäude

Das freut die studierte Umweltschutztechnikerin umso mehr, weil sich die Standortsuche und der Aufbau der Prüfstände doch in den Frühling hineingezogen hatte. Die Standorte sind aber auch nicht einfach irgendwo. Auf den nahegelegenen Parkplatzinseln und Wiesen hat die Wilhelma spezielle Saatgutmischungen ausgebracht, die nahezu das ganze Jahr blühen. So ist das Futterangebot für die Wildbienen und ihre Nachkommen gesichert.

Dies alles berichtete Linda Meier an einem sonnigen Abend Anfang September den Interessierten vom Bienenschutz sowie zwei Informatikstudenten, die sich nach einer anstrengenden Klausur dazu gesellten. Ob einer der beiden die Hiwi-Stelle angenommen hat, die Linda ihnen anbot, und welche Erkenntnisse sie über den Winter ausarbeiten konnte, wird sie uns vielleicht an einem Abend in Frühjahr erzählen können.

An dieser Stelle möchten wir uns auf jeden Fall schon einmal für den tollen Abend in Vaihingen bedanken und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Weitere Infos zu Linda Meiers Projekt findet ihr hier: https://www.f02.uni-stuttgart.de/fakultaet/aktuelles/news/Meine-neue-Nachbarin-ist-eine-Wildbiene-00001/

Bohren für unsere Bienen

Wildbienen-Nisthilfen bauen

Erst bohren, dann feilen, denn saubere Löcher gefallen Wildbienen besser

Das Bohren von Wildbienen-Nisthilfen und das Verteilen von angezogenen Pflanzen einheimischer Wildblumen standen am 19. Mai im Vordergrund unserer Aktion beim Bienentag auf dem Dach des Züblin-Parkhauses. Von 11 bis 17 Uhr wurden bergeweise Späne erzeugt. Junge und alte Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger waren mit Eifer dabei.  Außerdem wurden jede Menge Töpfchen mit Glockenblumen, Natternkopf, Kornblumen und anderen Stauden bepflanzt und an unsere Standbesucher verteilt.  In Gärten und auf Balkonen werden sie bald für zusätzliches Futter für unsere Bienen und Wildbienen sorgen.

Der Bienentag 2019 in Stuttgart wurde gemeinsam mit ProBiene und SlowFood Deutschland ausgerichtet und markierte gleichzeitig den Auftakt zur Unterschriftensammlung für das Volksbegehren (volksbegehren-artenschutz.de) in Baden-Württemberg. Schon an diesem ersten Tag konnten rund 10 Prozent der notwendigen 10.000 Stimmen eingesammelt werden.