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Drei Weibchen der Gelbbindingen Furchenbiene Pollen sammelnd auf einer Blüte der Gewöhnlichen Kratz- distel (Foto: Hans Richard Schwenninger)

Gelbbindige Furchenbiene ist Wildbiene des Jahres 2018

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ hat für 2018 eine auffällige Biene gewählt. Die Weibchen der Gelbbindigen Furchenbiene (Halictus scabiosae) sind mit ihren rund 14 Millimetern Körpergröße und den markanten ockergelben Querbinden auf dem Hinterleib kaum zu übersehen. Die etwa gleich großen Männchen sind schlanker und tragen sehr lange schwarze Antennen. Man findet die Gelbbindige Furchenbiene regelmäßig an den Blütenständen von Korbblütlern, z. B. von Flockenblume, Ferkelkraut und häufig von Disteln. Die Weibchen erscheinen ab Ende April, die Männchen im Juni. Die Brutvorsorge funktioniert grundlegend anders als bei den typischen Solitärbienen. Während dort die Weibchen jeweils allein ein Nest versorgen, ist Halictus scabiosae durch eine soziale Lebensweise mit Teamarbeit charakterisiert.

Mehrere begattete Weibchen überwintern in ihrem Geburtsnest und bilden im Frühling Weibchen- Gemeinschaften. Das größte Tier übernimmt die Funktion der Königin, bleibt im Nest und legt als einziges Weibchen Eier. Die übrigen Weibchen sammeln Pollen und Nektar als Vorräte für die Brutzellen. In jeder Zelle legt die Königin ein Ei ab. Sie bewacht auch das Nest, während die restlichen Bienen der Gemeinschaft als Arbeiterinnen Nahrung sammeln.

Lebt in ganz Deutschland

Die Gelbbindige Furchenbiene hat ihren ursprünglichen Verbreitungsschwerpunkt im westlichen Mittelmeerraum und kam in Deutschland bis in die 1990er Jahre nur in den südlichen Bundesländern vor. In Baden-Württemberg lag ihre Hauptverbreitung zu dieser Zeit am südlichen Oberrhein. In den folgenden Jahren hat sich Halictus scabiosae immer weiter nach Norden und zudem in den Mittelgebirgen in höhere Lagen ausgebreitet. Die Art gilt als Indikator für das sich kontinuierlich erwärmende Klima, das zunehmend für trocken-warme Lebensräume auch in nördlichen und vormals kühleren Regionen sorgt.

Die Wildbiene des Jahres 2018 ist derzeit nicht akut gefährdet. Sie ist allerdings auf ein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen angewiesen. Der aktuelle Schwund an Blüten sowohl in der (Agrar-) Landschaft als auch in unseren Siedlungen birgt ein hohes Gefährdungsrisiko. Die Erhaltung von blumenreichen Wiesen und Wegrändern, wie auch die Neuanlage von Blühflächen aus heimischen Wildpflanzen helfen nicht nur der Gelbbindigen Furchenbiene, sondern kommen allen blütenbesuchenden Insekten zugute.

Wildbiene des Jahres sucht Unterstützer

Der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster des Entomologischen Vereins Stuttgart 1869 e.V. vereint Expertenwissen und ehrenamtliches Engagement rund um das Thema Wildbienen, um diesen für uns so wichtigen und wenig bekannten Insekten ein Gesicht zu geben. Sie tragen einen wesentlichen Teil zur Bestäubung der Blüten bei und sichern somit unsere Ernährung und gleichzeitig den Erhalt der Artenvielfalt.

Ein fachkundiges Kuratorium aus den Reihen des Wildbienen-Katasters wählt jedes Jahr eine der 550 verschiedenen Bienenarten zur „Wildbiene des Jahres“ und erarbeitet dazu einen Informations-Flyer, um die Wildbienen als essenziellen Bestandteil unseres Naturhaushaltes einer größeren Bevölkerungsschicht bewusst und bekannt zu machen.

Die redaktionelle bzw. inhaltliche Arbeit zum Flyer wird vollständig ehrenamtlich von Mitgliedern des Arbeitskreises getragen. Die Kosten für Layout und Druck kann der Verein allerdings nicht aus eigenen Mitteln bestreiten und ist daher auf deine Unterstützung angewiesen. Der Flyer erscheint in einer Auflage von 5000 Stück. Der Entomologische Verein Stuttgart 1869 e.V. freut sich über Unterstützung der Finanzierung des Flyer-Drucks: https://www.betterplace.org/de/projects/56762-wildbiene-des-jahres-sucht-unterstutzer

Weitere Informationen zu Wildbienen und dem Arbeitskreis sowie die Flyer aus den vergangenen Jahren findet ihr auf der Webseite des Arbeitskreises: www.wildbienen-kataster.de

Mexikanische Imker gegen Gensoja

Am 28. September 2017 besuchen mexikanische Imker aus Yucatan das Institut proBiene in Stuttgart. Die mexikanischen Imker sind in Europa, um in Genf vor dem UNO-Menschenrechtsausschuss zum Thema Gensoja und den speziellen Auswirkungen auf die Maya-Imker der Halbinsel Yucatán zu berichten. Im Anhang erhaltet Ihr weitere Infos zu der Thematik.

proBiene: „Die Maya-Imker würden gerne von Ihrer Arbeit und den Problemen berichten und sich gerne ungezwungen mit uns und Euch austauschen. Wir greifen die Anfrage gerne auf, haben spontan zugesagt und laden Euch herzlich nach Stuttgart ein. Momentan klären wir, ob wir das Treffen direkt bei uns in den benachbarten Räumlichkeiten abhalten können. Falls Ihr Interesse habt, schickt uns einfach kurz eine Mail (info@probiene.de), ob Ihr teilnehmen möchtet und wir informieren Euch weiter zu dem Treffen inkl. genauer Uhrzeit.“

Mehr Infos:
Flyer 1
Flyer 2

Trockenmauern – auch was für Bienenschützer

Trockenmauern prägen viele Steillagen in der Region Stuttgart und sind häufig auch ein wichtiges Habitat für Wildbienen und andere Insekten. Wie eine Trockenmauer mit Hintergemäuer richtig aufgebaut wird, zeigt Gordian Kramer in seinem Trockenmauer-Baukurs im Landschaftsschutzgebiet „Am Pfostenberg“ zwischen Altbach und Plochingen. Kurse finden am 15., 22. und 29. April sowie am 6. Mai statt. Pro Kurs gibt es acht Plätze. Die Kursgebühr beträgt 40,- Euro, davon fließen 5,- Euro als Spende an das Netzwerk Blühende Landschaften und 10,- Euro als Spende an Bienenschutz Stuttgart. Kursanmeldungen sind per Mail an gordianKramer@gmx.net möglich.

Glyphosat in Honig gemeinsam verhindern!

Aufruf der Aurelia Stiftung:

Im Jahr 2016 hat die Aurelia Stiftung die Verunreinigung von Honig durch Glyphosat aufgedeckt. Bis zu zweihundertfach wurde der Grenzwert für Honig überschritten und der Honig damit unverkäuflich!

EU Kommission und Landwirtschaftsminister Schmidt sind aber nicht bereit Bienen und Honig durch ein grundsätzliches Verbot der Anwendung des Giftes in blühenden Kulturen zu schützen. Die EU Kommission lehnt Konsequenzen für die Agrarproduktion ab, sie schreibt der Aurelia Stiftung: „… vielmehr obliegt es dem Imker, sich relevante Informationen über Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln zu beschaffen, bevor er seine Bienenstände in landwirtschaftlich oder anderweitig genutzten Flächen platziert.“

Diese wirklichkeitsfremde Position nehmen wir Imker nicht hin. Unsere erfahrenen Anwälte haben festgestellt, dass die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung rechtswidrig ist. Bitte unterstützt uns bei der Klage am Europäischen Gerichtshof auf Rücknahme der Verlängerung.

Vortrag „Wildbienen – Bestäuber in Not?“ am 16.02.17


Diplom-Biologe Hans Schwenninger ist ein ausgewiesener Experte für Wildbienen und kennt sich auch hervorragend in Stuttgart aus: Für das Umweltamt Stuttgart hat er 1999 eine Bestandsaufnahme aller im Stadtgebiet vorkommenden Wildbienenarten verfasst. Er wird uns in seinem Vortrag berichten, wie es aktuell um die Wildbienen steht.

Die Veranstaltung beginnt am 16.02.2017 um 18:30 Uhr. Er findet im 3. OG des Forum 3 in der Gymnasiumstraße 21 in 70173 Stuttgart statt.

 

Die Knautien-Sandbiene ist Wildbiene des Jahres 2017

Die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) fällt durch ihre Rotfärbung auf dem Hinterleib besonders auf. Dazu kommen die leuchtend purpurroten Pollenkörner, welche die Weibchen ausschließlich an der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) sammeln. Nach der Zaunrüben-Sandbiene, der Wildbiene des Jahres 2015, wurde erneut eine Nahrungsspezialistin ausgewählt. Sie gehören zu den 134 Bienenarten Deutschlands (23 % der Arten), welche auf den Blütenpollen ganz bestimmter Pflanzenarten angewiesen sind, um ihre Nachkommen aufzuziehen. Der Pollen dient als Eiweißquelle für die Bienenlarven. Fehlen Blüten der Wiesen-Witwenblume, kann die Knautien-Sandbiene nicht auf andere Pflanzenarten ausweichen und reagiert deshalb besonders empfindlich auf ein Verschwinden ihrer Nahrungspflanzen.

Die Knautien-Sandbiene verdeutlicht stellvertretend für alle Wildbienen, wie problematisch heute die Lebensumstände für Insekten sind, die auf bunt blühende Wildkräuter angewiesen sind. Durch fortschreitenden Umbruch der Wiesen in Ackerland, die starke Düngung und häufige Mahd der noch verbliebenen Wiesen, oftmals ohne Abräumen des Mähguts, ist die Wiesen-Knautie zurückgedrängt worden. So ist die Initiative zur Vorstellung der Knautien-Sandbiene zugleich ein dringender Appell, für ein reiches Blütenangebot aus heimischen Pflanzen zu sorgen. Das funktioniert an Wegrändern, auf Wiesen aber auch in Gärten und Parks, wo beispielsweise Blühinseln beim Mähen ausgespart werden können, damit die Wiesen-Witwenblume ungestört abblühen kann.

Mit dem Faltblatt zur Knautien-Sandbiene ruft das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ dazu auf, nach diesem Tier Ausschau zu halten und Beobachtungen zu melden, um ein genaueres Bild von der Verbreitung dieser Art zu bekommen. Weitere Informationen zur Knautien-Sandbiene finden sich unter www.wildbienen-kataster.de

Auszug aus der Pressemitteilung vom Arbeitskreis Wildbienen-Kataster im Entomologischen Verein Stuttgart 1869 e. V (November 2016)

Vollständige Pressemitteilung Wildbiene des Jahres 2017

Faltblatt zur Knautien-Sandbiene (Wildbiene des Jahres 2017)

 

Honig mit Verantwortung – Neue Wege in der Imkerei

André Wermlinger von FreeTheBees ind er Schweiz kommt ins Forum3 nach Stuttgart

André Wermlinger von FreeTheBees erläutert im  Forum3 in Stuttgart seine extensive und naturnahe Form der Imkerei

Wir Deutschen sind nicht nur Weltmeister im Fußball sondern auch im Honig schlecken. Unser jährlicher Bedarf an Honig wächst. Aber wächst auch unser Maß an Verantwortung, das wir gegenüber den Bienen und der Umwelt haben?

In der Imkerei müssen wir neue Wege beschreiten, damit wir auch in Zukunft mit gutem Gewissen Honig essen können. Einen möglichen Weg zeigt uns am 13. Dezember um 18 Uhr André Wermlinger von FreeTheBees im Forum 3. Der Imker und passionierte Zeidler aus der Schweiz stellt uns sein Modell einer extensiven und naturnahen Bienenhaltung in modifizierten Warré-Kästen und Dadant-Beuten vor.

Eingeladen sind Imker, Bienenhalter und alle Interessierten aus dem Raum Stuttgart. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.

Massenhaftes Aussterben der Wildbienen steht bevor – Resolution

STUTTGART, 28.10.2016. Wildbienen, Schmetterlinge, Insekten – wie neueste Forschungsergebnisse zeigen, ist deren Bestand drastisch gesunken. Schon in weniger als zehn Jahren könnten sie ausgestorben sein. Das wäre eine Katastrophe für die Natur und auch für die Wirtschaft. Denn nicht nur Honigbienen, auch Wildbienen und andere Insekten sind wichtige Bestäuber für unsere Nahrungspflanzen. 77 Forscher/innen unterzeichneten im Oktober bei einer gemeinsamen Biologen-Fachtagung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und der Universität Hohenheim eine Resolution an Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks.

Die Forscher/innen fordern:

  1. ein vollständiges Verbot von Insektengiften der Gruppe der Neonicotinoide bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit
  2. Maßnahmen zur Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft wie eine Verbesserung des Blütenangebots
  3. ein Langzeit-Monitoring von Insekten, insbesondere Wildbienen. Das soll ermöglichen, gefährdete Bestände zukünftig besser zu lokalisieren und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten
  4. Änderung der Bundesartenschutzverordnung: Einführung eines strengeren Schutzstatus für hochgradig gefährdete Insektenarten wie Wildbienen, entsprechend den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands

Resolution zum Schutz der mitteleuropäischen Insektenfauna im Wortlaut (klick startet download):

resolution_insektenschutz_oktober_2016

Gemeinsame Pressemitteilung der Universität Hohenheim und des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart zur Resolution (klick startet download):

pm_161028_insektensterben_resolution_smns_uni_hohenheim

Die Mohnbiene (Hoplitis papaveris) beim Blütenbesuch auf Kornblume. Diese Einsiedlerbiene ist bundesweit stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft. Foto: © Rainer Prosi, Crailsheim

Die Mohnbiene (Hoplitis papaveris) beim Blütenbesuch auf Kornblume. Diese Einsiedlerbiene ist
bundesweit stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft.
Foto: © Rainer Prosi, Crailsheim

Imkerversicherung für Mitglieder von Mellifera

Mellifera bietet seinen Mitgliedern ab sofort die Möglichkeit über den Verein eine Imkerversicherung abzuschließen. Sie umfasst eine Haftplicht- und Unfallversicherung. Die Haftpflicht deckt Personen-, Sach-, Vermögens- und Umweltschäden sowie eine Betriebshaftpflicht bis zu 5.000.000 Euro ab. Die Betriebshaftpflicht beinhaltet vereinsübliche Nebenrisiken wie Präsentation auf Ausstellungen und Besucher am Bienenstand. Die Leistungen der Unfallversicherung umfassen ein Invaliditätskapital von 50.000 Euro sowie Todesfallkapital (5.000 Euro), kosmetische Operationen (10.000 Euro) und Bergungskosten (10.000 Euro).

Die Haftplicht- und Unfallversicherungen können nur zusammen abgeschlossen werden. Der jährliche Beitrag liegt bei 8,50 Euro.
Weitere Informationen zur Imkerversicherung gibt es unter www.mellifera.de