Archiv des Autors: Sebastian Roth

Über Sebastian Roth

Initatorengruppe

Buchtipp zu Hummeln: „Und sie fliegen doch“

Dave Goulson, Experte für Hummeln aus England, liefert mit seinem Buch eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die wahre Königin der Lüfte – und ein furioses Plädoyer für die Bewahrung der Natur und den Schutz der Arten.

Absolut lesenswert und unbedingt weiterzuempfehlen. Hier einige Abschnitte aus dem Buch:

„Schon lange weiß man, dass Hummeln sehr effektive Bestäuber vieler Nutzpflanzen und Wildblumen sind. Dies ist der Grund, warum man sie nach Neuseeland brachte und warum niederländische Wissenschaftler 1988 mit der kommerziellen Aufzucht von Hummeln begannen, bei der es anfangs um die Bestäubung von Tomaten ging.“

„Am Ende des Millenniums war in fast allen Ländern der Welt (…) die Hummelbestäubung der industrielle Standard für die Tomatenproduktion. Heute werden Hummeln weltweit in mindestens 30 Betrieben produziert, vorwiegend Dunkle Erdhummeln. Viele von Ihnen stammen aus der Türkei – aus irgendeinem Grund eignen sich die türkischen Dunklen Erdhummeln besonders gut zur Massenproduktion. Die europäischen Betriebe produzieren über eine Million Hummelvölker pro Jahr, die in alle Teile der Welt verschickt werden.“

„Sollten wir feststellen, dass sich kommerziell gezüchtete Hummeln (…) in freier Wildbahn etabliert oder sich mit unseren heimischen Hummeln gekreuzt haben, könnten wir allerdings nicht mehr viel tun. Möglicherweise hat der Handel mit Bombus terrestris das Erbgut dieser Spezies in ihrem Verbreitsungsgebiet – das den größten Teil Europas und einen Teil Asiens umfasst – bereits unwiderruflich verändert. Doch so bedauerlich dies wäre, bezüglich der kommerziell gezüchteten Hummeln, ist es sicherlich nicht unsere größte Sorge. Was mich am meisten beunruhigt, sind die Krankheiten. Die Krankheiten der Honigbienen wurden viele Jahre lang intensiv erforscht, da sie spürbare Auswirkungen auf Imkerei und Honigproduktion haben. (…) Im Gegensatz dazu wussten wir bis zu den 1990er Jahren Uns ist klargeworden, dass Hummeln an einem ebenso breiten Spektrum von Krankheiten leiden wie Honigbienen.“

„Leider bietet die Massenzucht von Hummmeln optimale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten, ganz egal, wie sorgfältig man zu Werke geht.“

„Es ist höchste Zeit, dass der Handel mit Hummeln strikten Hygienevorschriften unterworfen wird, bevor es zu weiteren Katastrophen kommt.“

2016 ist ein weiterer Band von Dave Goulson auf deutsch erschienen: „Wenn der Nagekäfer zweimal klopft

Wildbiene des Jahres 2016 und 2015

Wildbiene 2016: Die Bunte Hummel

Die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) macht ihrem Namen alle Ehre: Sie trägt einen gelblich-weißen Pelz mit einem breiten schwarzen Streifen auf der Oberseite des Brustteils und ein orangerotes Hinterleibsende. Wie so viele Insekten ist  sie auf ein reiches Blütenangebot in der Landschaft angewiesen. Doch genau solche artenreichen Landschaften sind weitgehend verschwunden. So ist die Bunte Hummel auch ein dringender Appell, an Wegrändern, auf Wiesen, in Gärten und Parks für ein reiches Blütenangebot aus heimischen Pflanzen zu sor-gen.

Das Kuratorium ruft dazu auf, nach der Bunte Hummel Ausschau zuhalten und Beobachtungen zu melden, um ein genaueres Bild vom Vorkommen dieser Art zu bekommen. Weitere Informationen zur Bunten Hummel inkl. finden sich unter www.wildbienen-kataster.de

Wildbiene 2015: Die Zaunrüben-Sandbiene

Die Zaunrüben-Sandbiene (Adrena florea) ist die Wildbiene des Jahres 2015. Bei ihr handelt es sich um eine äußerst wählerische, sprich hochspezialisierte Art: Die Weibchen sammeln den Pollen für ihren Nachwuchs ausschließlich von der Zaunrübe. Diese Spezialisierung macht sie äußerst empfindlich. Denn wo keine Zaunrübe wächst, kann diese Sandbiene nicht leben. Leider wird die Zaunrübe oft als lästiges Unkraut angesehen und aus den Gärten verbannt – und ungewollt auch die Sandbiene gleich mit.
Informationen zu dieser Wildbiene, die den Honigbienen recht ähnlich sieht, finden Sie auf der Seite des Wildbienen-Katasters Stuttgart http://www.wildbienen-kataster.de/login/downloads/wb2015.pdf

Mellifera-Regionalgruppe wesensgemäße Bienenhaltung

Auch in Stuttgart sind viele Menschen daran interessiert, die Welt der Bienen im Detail kennen zu lernen und sich mit dem Wesen des Bien auseinanderzusetzen. Zum Initiationstreffen für eine Regionalgruppe zur wesensgemäßen Bienenhaltung in Stuttgart waren am Dienstag den 18.02.14 mehr als 40 Interessierte anwesend. Ins Leben gerufen wurde das Treffen von langjährigen Stuttgarter Mellifera-Mitgliedern und vom Bienenschutz-Verein. So kamen Menschen mit den verschiedensten Hintergründen zusammen – von der erfahrenen Imkerin bis zum Anfänger.

Wir freuen uns sehr über die gut besuchte Runde sowie die positiven Rückmeldungen. Mittlerweile ist eine aktive Regionalgruppe in Stuttgart entstanden.

Weitere Interessenten/-innen sind jederzeit herzlich willkommen. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Der Imker

Der Film läuft nur noch bis Mittwoch den 26.02.14 im Atelier am Bollwerk in Stuttgart (täglich um 15:40 Uhr)!

Dieser Film von Mano Khalil erzählt – ganz anders als man vielleicht denken würde nach einem Film wie „More than honey“ – die Geschichte eines Mannes, der sich als Gehetzter im türkisch-kurdischen Konflikt jahrelang in den Bergen versteckt und schließlich notgedrungen flüchtet. Er verliert seine Familie, sein Haus, seine Heimat.

Ibrahim Gezer ist „Der Imker“. Mit 500 Völkern und zehn bis 18 Tonnen Honig pro Jahr war Ibrahim „gut im Geschäft“, bevor er alles zurücklassen musste. Asylsuchend landet Ibrahim  in der Schweiz, wo das Arbeitsamt Imkern offenbar nur als Hobby ansieht und ihn daher zu monotoner Fabrikarbeit verpflichtet.

Die im Film gut gestreuten Imker-Szenen zeigen wie geschickt Ibrahim mit Bienen umgehen kann und wie sehr er sich mit ihnen verbunden fühlt. Nicht nur seine ruhige Art, sondern auch die Naturverbundenheit beeindrucken und können uns allen ein positives Beispiel sein!

Viel mehr Aufmerksamkeit richtet Filmemacher Mano Khalil allerdings auf den Menschen Ibrahim selbst, der trotz schrecklicher Erlebnisse an das Gute glaubt, andere Menschen liebt, sich auf die fremde Umgebung einlässt und wunderbare Freundschaften findet.

Weitere Informationen zum Film: http://www.derimker.ch/

Wildbiene des Jahres 2014

Am Mittwoch (15.01.2014) wurde am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart die Garten-Wollbiene (Anthidium manicatum) zur Wildbiene des Jahres 2014 gekürt. In Vorträgen gaben Martin Klatt (NABU) und Heiko Bellmann einen spannenden Einblick und beantworteten anschließend die Fragen des Publikums.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Wildbienen-Katasters Stuttgart: http://www.wildbienen-kataster.de/login/downloads/wb2014.pdf